Verfasst von: meryemdeutschemuslima | 8. Februar 2010

Wollt Ihr den totalen Krieg?

Bismillah

Mir wird beim Blick in die Medien nur noch schlecht. Gefunden bei Steinberg-Recherche:

Kriegshetze

Am 8. Februar 2010, einen Tag nach der so genannten Sicherheitskonferenz in München, stimmte der Massenmeinungsmacher „Bild“ den Leser auf einen bevorstehenden Krieg ein. Zur Assoziation einladende Begriffe, als bewiesen hingestellte Behauptungen, ein grüner Sicherheitsexperte iranischer Abstammung, Lügen und vage Vermutungen gehören zu den Mitteln, mit denen manipuliert wird:

der Irre von Teheran

Diktator Ahmadinedschad

Der Iran lässt den Streit um sein Atomprogramm eskalieren!

Damit steht für Experten endgültig fest: Der Iran will die Bombe! Um jeden Preis!

“Man hätte einen Schuh nach ihm werfen sollen“, so Grünen-Sicherheitsexperte Omid Nouripour.

… hoch angereichertes Uran, das iranische Wissenschaftler in den Nuklearfabriken Natans und Ghom herstellen …

Westliche Geheimdienste vermuten, dass der Iran bald genügend Material für eine Bombe haben könnte.

Was noch fehlt, ist das offizielle Ersuchen der iranischen Bevölkerung bei EU und NATO, im Namen von Demokratie und Menschenrechten endgültig mit der Bombardierung iranischer Ortschaften zu beginnen. Dieses Ersuchen wird wohl demnächst nachgereicht. Herauskommen wird ein auf Angst und Unwissen basierender Kadavergehorsam mit der daraus folgenden Bereitschaft zum Massenmord.

Bildzeitung

۞۞۞

Bild setzte inzwischen noch eins drauf:

Irans Diktator Mahmud Ahmadinedschad hat Befehl gegeben, hochangereichertes Uran zur Entwicklung von Atomwaffen im eigenen Land herzustellen.

T:I:S, 8. Februar 2010

Welche Lügen darf man eigentlich unter dem Deckmantel der “Pressefreiheit” verbreiten? Merkt eigentlich niemand (nagut, von Springer-Konsumenten darf man nicht zuviel erwarten), wie hier gezündelt wird?

Schreiben an den Presserat von Friederike Beck

Es geht nicht um Uran

Verfasst von: meryemdeutschemuslima | 8. Februar 2010

Pixelfieber: Schatzkammer

Bismillah

Ich finde den Kristall so schön, den musste ich gleich noch mal verbasteln.

Der Kristall ist von hier: Songshen media design

Das tutorial von hier: Badbutterflydeluxe

Verfasst von: meryemdeutschemuslima | 7. Februar 2010

Musikalischer Beitrag zur Kriegsministerkonferenz

Bismillah

Also: da nimmt sich ein Land das Recht heraus, Uran anzureichern, wie es zig andere Länder auch tun – da nehmen sich andere Länder das Recht heraus, ihm das untersagen zu wollen. Da lässt sich Land eins darauf ein, zur Vertrauensbildung das Uran im Ausland anreichern zu lassen, möchte aber die Übergabe im eigenen Land vornehmen, weil man in der Vergangenheit schon betrogen wurde. Woraufhin besagte Länder mit Boykott und Krieg drohen.

Auch wenn ich nicht Muslima wäre, würde ich das Land bewundern, als das einzig souveräne in der Welt. Statt dessen werde ich von einem Kriegsminister von und zu mitregiert, der Schleimspuren hinterlässt.

Und ist die Welt nicht verrückt, dass die Länder, die als einzige die als einzige bisher Atombomben und Uranmunition eingesetzt haben, nun meinen bestimmen zu können, ob andere Länder Atomenergie zu friedlichen Zwecken nutzen dürfen?


Merkwürdige Vorstellungen von Diplomatie:

Der einflussreiche US-Senator Joe Lieberman hat Iran im Streit um dessen Atomprogramm einen Militärschlag angedroht.

“Wir müssen uns entscheiden: Entweder für harte Wirtschaftssanktionen, damit die Diplomatie funktioniert, oder wir stehen vor militärischem Eingreifen”, sagte Lieberman am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Lieberman, ein Unabhängiger, der den Demokraten nahesteht, ist Vorsitzender des Senatsausschusses für Heimatschutz.Quelle: IRIB

Sonntag, 07. Februar 2010 um 10:20
Teheran (IRNA) – Präsident Ahmadinedschad betonte die Fähigkeiten der iranischen Nation in verschiedenen Bereichen und ordnete an, dass in Iran Uran auf 20 % angereichert wird.

Laut Irna besichtigte Präsident Ahmadinedschad heute die Ausstellung für das nationale Zentrum für Laser-Technologie und Wissenschaften. In Mitte der Wissenschaftler und Forscher dieses Zentrums wies er den Leiter der Atombehörde Irans an, mit den Zentrifugen, die Iran zur Verfügung hat, Uran auf 20 % anzureichern.
Gleichzeitig sagte er, dass der Weg zur Zusammenarbeit weiterhin offen ist, sollte aber jemand die iranische Nation zu etwas zwingen wollen, werde das nicht hingenommen.
Präsident Ahmadinedschad wies auf die Atomverhandlungen Irans mit den Gesprächsteilnehmern hin und sagte: Iran hat zuvor erklärt, dass es imstande ist, Uran auf 20 % anzureichern, doch sei Teheran zum Tausch bereit. Die Gegenseite wählte aber einen anderen Weg. Quelle: IRIB

Teheran (IRIB) – Der iranische Parlamentschef hat den Druck auf Iran zur Annahme des von den westlichen Ländern vorgeschlagenen Uran-Tauschgeschäfts für den Forschungsreaktor in Teheran als einen politischen Betrug bezeichnet.Laut dem iranischen Fernsehsender Al Alam wies Laridschani am Samstag auf den Dealvorschlag des Westens hin und sagte, die westlichen Länder wollen mit ihrem Vorschlag iranisches Uran versteigern, sie sollen aber wissen, dass die Iraner nicht dumm sind.
Der iranische Parlamentspräsident schilderte dann den Standpunkt Irans in der Atomfrage und sagte, westliche Länder wollen verhindern, dass sich Iran Atomtechnologie aneignet. Er fügte hinzu, sie wissen, dass Teheran keine Atombombe entwickeln will, denn in den Fitwas unserer religiösen Rechtsgelehrten haben Massenvernichtungswaffen keinen Platz. Quelle: IRIB

Verfasst von: meryemdeutschemuslima | 6. Februar 2010

Wenn Du glaubst, dass alles immer dunkel bleibt

Bismillah

copyright für den Kristall: http://stardust.cc/tubes_crystals.html

Verfasst von: meryemdeutschemuslima | 6. Februar 2010

Buchbesprechung: Stachelmanns Fälle

Ich habe gerade die Krimireihe um “Jossi” alias Josef Maria Stachelmann verschlungen, geschrieben von Christian v. Dithfurth und bei KiWi erschienen:

Mann ohne Makel, Mit Blindheit geschlagen, Schatten des Wahns und Lüge eines Lebens.

Mal ganz was anderes: ein unfreiwillig Detektiv spielender Geschichtsdozent, der mit alten Nazis und ihren Opfern, mit Stasi-Machenschaften, mit seiner eigenen Vergangenheit in der Zeit der K-Gruppen, mit der linken “Antifa” und schließlich mit der frühen Bundesrepublik und ihren Verdrängungsmechanismen konfrontiert wird. Alles beginnt damit, dass ihn sein Freund “Ossi” um Hilfe bittet, als einem angesehenen Makler alle Angehörigen ermordet werden. Josef, ein eher eigenbrötlerischer und neurotischer Mittvierziger, geplagt von Arthritis, bindungsängstlich und unfähig seine Habilitationsschrift fertigzustellen, stolpert eher durch seine Fälle, als sie zielstrebig zu verfolgen, gerät regelmäßig Lebensgefahr,hat erstaunlicherweise Erfolg bei den Frauen, ist von seinem Chef, dem “Sagenhaften”,  genervt. Seine Dauerfreundin Anne steht unerschütterlich an seiner Seite, obwohl er es ihr wirklich schwer macht. Ihr Sohn Felix hat den Josef adoptiert, während er jedoch mit dem Kind nichts anzufangen weiß.

Keine Action-Krimis aber doch spannend und auch amüsant. Im letzten Band geht dann aber die Post ab….Stachelmann will nicht mehr Opfer sein und schlägt zurück.

Mir hat´s glaub ich auch darum gut gefallen, weil man ja so viele der geschichtlichen Episoden miterlebt hat – Jossi und ich sind ja fast gleichaltrig, :-) . Außerdem finde ich die Charaktere wirklich gut geschildert, keiner darin ist einfach nur “glatt”, alle haben ihre Widersprüche und Geheimnisse, auch die Familiengeschichten bergen Explosives, im wahrsten Sinne des Wortes.

Also wenn man den ersten Band mag: unbedingt die anderen gleich hinterherlesen, :-)

Verfasst von: meryemdeutschemuslima | 6. Februar 2010

Da hat doch tatsächlich jemand mit den Iranern gesprochen

Bismillah

Komisch dass man sich direkt wundern muss, wenn es mal eine Stellungnahme eines hochrangigen iranischen Politikers zu lesen gibt. In diesem Fall Außenminister Mottaki in der Süddeutschen. Merkwürdig deswegen, weil die kriegsvorbereitende Propagandamaschine ja auf Hochtouren läuft und ein Angriff auf iranische Atomanlagen in den Äußerungen von israelischen und US-Politkern nur eine Frage der Zeit. Dass die Iraner dabei gelassen bleiben und sogar eine “gute Stimmung” in den Gesprächen um ihr Atomprogramm attestieren, ist schon zu bewundern.

Die SZ kann es allerdings nicht lassen zu titeln: ” Iran stellt neue Bedingungen”. Was gelogen ist, denn der Iran hat schon lange das Angebot gemacht, Brennstoffe Zug um Zug auszutauschen. Was ist daran verwerflich? Warum will man dem Land seine Gesamtmenge an Uran abschwatzen mit der Zusicherung, es innerhalb von 12 Monaten angereichert zurückzugeben? Wenn man einen Geschäftspartner mal als gelinde gesagt etwas unzuverlässig erlebt hat – und so ist es dem Iran gegangen – dann gibt es keinen Vertrauensvorschuss. Iran hat die Erfahrung gemacht, dass es geliefertes Material nicht zurückbekommen hat, also ist ja wohl klar, dass man sich auf ein solches Verfahren nicht noch einmal einlässt.

Wieder und wieder beteuert das Land, nicht den Besitz von Atomwaffen anzustreben, schon aus religiösen Gründen nicht, aber auch aus politischen. Währenddessen wird uns suggeriert, dass diese sozusagen schon einsatzbereit seien.

Ich hab ja nichts für Atomkraftwerke übrig. Schon deshalb nicht, weil es immer noch keine Lösung für den Atommüll gibt, außer ihn in Form von Uranmunition über andere Länder zu verteilen. Aber der Iran hat das Recht, diese Technologie einzusetzen und es gibt kein rechtmäßiges Gegenargument. Das Land hat wirklich unendliche Geduld bewiesen. Hoffen wir, dass das dann auch endlich mal zum Erfolg führt und die Kriegshetze aufhört. Man soll ja nie die Hoffnung aufgeben, auch wenn es nicht so aussieht, dass Israel und die USA (und ihre europäischen Gefolgsleute) darauf verzichten wollen, ein weiteres Land zu verwüsten.

Hier das Interview:

Atomstreit Iran stellt neue Bedingungen


05.02.2010, 17:592010-02-05T17:59:00 CEST+0100

Interview: S. Kornelius und P.-A. Krüger

Neue Forderungen aus Iran: Außenminister Mottaki spricht im SZ-Interview über das Nuklearprogramm seines Landes und das Verhältnis zum Westen.

Der iranische Außenminister Manuschehr Mottaki, ein enger Vertrauter von Präsident Mahmud Ahmadinedschad, hat am Freitag in München erstmals die neue Linie Irans bei einem Schlüsselthema des Atomstreits erläutert. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung macht er deutlich, dass er sein Land erst am Beginn eines langen Verhandlungsprozesses mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) um den Austausch von niedrig angereichertem Uran gegen Brennstäbe für seinen Forschungsreaktor in Teheran sieht. Dort werden radioaktive Stoffe für die Krebstherapie und andere medizinische Zwecke hergestellt.

SZ: Herr Minister, Präsident Ahmadinedschad hat sein Einverständnis für den Austausch des Urans gegeben. Wie sollen die Details abgewickelt werden?

Manuschehr Mottaki: Der Teheraner Forschungsreaktor braucht innerhalb eines Jahres eine Neueinspeisung von angereichertem Uran. Ein Verfahren zur Versorgung wäre der Austausch von angereichertem Uran. Wir haben gedacht, dass wir durch dieses Verfahren in eine neue Atmosphäre des Vertrauens eintreten können. Deswegen haben wir unser grundsätzliches Einverständnis für den Austausch bekanntgegeben. Wir haben das Einverständnis auf höchster Ebene, durch den Staatspräsidenten, bekanntgegeben, das ist ein wichtiger Punkt.

SZ: Der Teufel liegt wie immer im Detail. Wie genau soll das Geschäft abgewickelt werden?

Mottaki: Der Austausch hat drei Kernpunkte: Termin, Ort und die Menge des zu tauschenden Urans. Zum Zeitablauf: Es muss eine zeitliche Synchronität gesichert sein, der Austausch muss also zeitgleich stattfinden. Die Klärung der technischen Fragen erfordert Zeit, und es braucht Zeit, diese Menge Uran auf das Niveau von 20 Prozent anzureichern. Der Staatspräsident hat in seiner Aussage Verständnis für die technischen Fragen gezeigt.

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Urs hat es mal wieder auf den Punkt gebracht

Verfasst von: meryemdeutschemuslima | 6. Februar 2010

Time is precious

sehr frei nach diesem tutorial

Verfasst von: meryemdeutschemuslima | 4. Februar 2010

Untitled

Verfasst von: meryemdeutschemuslima | 4. Februar 2010

Eine mutige Amerikanerin zur Geschichte und derzeitigen Situation Haitis

Eine liebe Schwester hat mich auf einen blogartikel einer engagierten amerikanischen Politikerin aufmerksam gemacht, Cynthia McKinney, eine Frau die sich nicht verbiegen lässt und in der Tat auf ihr Gewissen hört. Hier ist einiges über sie, aber vor allem auch über ihre Meinung zum Engagement der USA in Haiti nachzulesen, sowie noch einiges zur Geschichte dieses Landes:

Über Cynthia McKinney und Cynthia über Haiti…

Die charismatische Cynthia McKinney Cynthia McKinney

Ich gestehe, dass meine Sympathien dieser charismatischen ehemaligen Kongressabgeordneten für den US-Bundesstaat Georgia und Präsidentschaftskandidatin (2008) der Grünen Partei der USA mit besonderer Leichtigkeit zufliegen: Cynthia hat etwas von einer Diva: Sie ist nicht nur schön, und man würde sich nicht wundern, wenn sie, wie die ebenfalls schwarze Barbara Hendricks, die nächstbeste Opernarie singen würde – nein, sie ist auch richtig gut – sprich besonders mutig; Cynthia McKinney hat schon oft Charakter in der Politik bewiesen, unerbittlich stellt sie sich auf die Seite der Schwachen und Entrechteten, leidenschaftlich schwimmt sie gegen den Strom und hat etwas von einem Volkstribun, kurz –  sie ist eine Stimme Amerikas, die ich auf keinen Fall missen möchte; manchmal meint man sogar einen modernen, weiblichen Martin Luther King reden zu hören. Überflüssig zu sagen, dass in den deutschen Konzernmedien von der Person und den Aktvitäten Cynthia McKinneys nichts zu hören und zu lesen ist…
Cynthia machte sich bei den Mächtigen der USA und deren Handlangern, den politisch Korrekten, schon häufig gewaltig unbeliebt: So verweigerte sie wiederholt im Kongress ihre Stimme für Militärhilfe an Israel, sie stellte sich gegen den Krieg gegen Afghanistan und den gegen den Irak. Sie kämpft für die Abschaffung der Todesstrafe.

Am 21.5.2001 sagte sie in einer Rede im Anti-Discrimination-Comitee-Hauptquartier in San Francisco:
„Es gibt viele Mitlieder des Kongresses, die frei sein wollen. Ich bin eines von ihnen. Ich wollte frei sein, nach meinem Gewissen zu stimmen, aber man sagte mir, wenn ich keine Zusicherung unterzeichnen würde, die die militärische Überlegenheit Israels unterstützte, werde es für mich keinerlei Unterstützung geben. Und tatsächlich unterschrieb ich die Zusicherung nicht, und es gab keinerlei Unterstützung für mich. Jahraus jahrein litt ich still, denn ich weigerte mich, diese Zusicherung zu unterschreiben. Und dann ging ich an die Arbeit wie ein Sklave, der einen Weg gefundnen hat, sich seine Freiheit zu erkaufen … Ich wollte frei sein … Frei, die Stimmen im Kongress der Vereinigten Staaten so abzugeben, wie ich es für richtig hielt und nicht wie man es mir vorschrieb.“

Cynthia McKinney ist eine erfahrene Politikerin. Sie saß (für die Demokraten) zweimal im Repräsentantenhaus für Georgia: 1995-2002 und 2005-2007.
Gerade weil sie über ihre Mitarbeit in verschiedenen Ausschüssen tiefere Einblicke in die US-Politik genommen hatte, gab sie sich mit der offiziellen Erklärung für die Geschehnisse des 11. September nicht zufrieden. Sie führte Opferangehörige, Anwälte, Journalisten, Wissenschaftler zusammen und unterstütze ausdrücklich deren Forderung nach einer neuen Untersuchung der Fakten und Hintergründe, da sie sich mit dem Report der offiziellen „9/11 Commission“ nicht zufrieden geben wollte.

Dies brachte ihr eine Rufmordkampagne seitens der Medien ein, von der sie sich aber in ihrem Tatendrang wenig beeindrucken ließ.

Cynthia setzte sich schon mehrmals persönlich für das belagerte und zerbombte Gaza ein und begleitete humanitäre Transporte dorthin; zuletzt im Juni 2009, als sie auf dem Hilfsboot „Spirit of Humanity“ 21 Helfern aus 11 verschiedenen Nationen (vor allen USA und England) nach Gaza begleitete. Auf dem Schiff befand sich auch die Nobelpreisträgerin Mairead Maguire (1976 für ihren Friedenseinsatz in Nordirland). Das Boot brachte dringend benötigte Hilfsgüter für den Wiederaufbau der zerstörten Häuser (die Israelis ließen keinen Zement nach Gaza herein), Medikamente und Spielsachen. Dazu kam es jedoch nicht. Das Boot wurde von der israelischen Marine gestoppt, mit Militärbooten umzingelt und geentert, alle Insassen verhaftet und eine Woche in Israel inhaftiert.
Cynthia McKinney: „Die ist eine empörende Verletzung internationalen Rechts gegen uns. Unser Schiff befand sich nicht in israelischen Hoheitsgewässern, und wir befanden uns auf einer humanitären Mission auf dem Weg in den Gaza-Streifen. Präsident Obama hat gerade erst Israel darum gebeten, humanitäre Güter und Materialien für den Wiederaufbau passieren zu lassen, und genau das haben wir versucht zu tun. Wir bitten die internationale Gemeinschaft, unsere Freilassung zu fordern, damit wir unsere Reise zu Ende bringen können.“

Es war nur natürlich, dass mich auch Cynthia McKinneys Meinung über die aktuelle Katastrophe in Haiti interessierte. Ich fand ihren Blickwinkel sehr erhellend, einige Informationen beunruhigten mich sehr. Daher hier die Übersetzung ihrer Stellungnahme:

18.1.2010

Haiti 2010: Eine unwillkommene Neuauflage von Katrina [der Wirbelsturm der New Orleans 2005 verwüstete]
Päsident Obamas Antwort auf die Tragödie in Haiti ist robust im Hinblick auf die Entsendung von Militär gewesen und kläglich bei dem, was die Haitianer besonders brauchen: Essen, Ersthelfer mit entsprechender Spezialausrüstungen, Ärzte, Krankenschwestern und medizinische Einrichtungen und medizinisches Gerät sowie Ingenieure, schweres Gerät und schwere Bagger. Traurigerweise schickt Präsident Obama die Präsidenten Bush und Clinton und Tausende von Marines und US-Soldaten. Im Gegensatz dazu hat Kuba bereits 400 Ärzte vor Ort und schickt noch mehr. Kubaner, Argentinier, Isländer, Nicaraguaner, Venezuelaner und viele andere sind schon an Ort und Stelle und arbeiten – sie retten Leben und versorgen Verletzte. Senegal hat Haitianern Land angeboten, wenn sie nach Afrika zurücksiedeln möchten. Die Vereinigten Staaten kündigten einen Tag nach der Tragödie an, dass man in Erwägung ziehe, ein ganzes Marineexpeditionschor abzustellen, „um dabei zu helfen, die Ordnung wieder herzustellen“, obwohl die „Unordnung“ von einem Erdbeben verursacht war, das Haiti geschlagen hatte. Seit 1751, 1770, 1842, 1860 und 1887 hatte man in Haiti kein Erdbeben mehr erlebt. Aber ich erinnere mich an die verfälschten Berichte über Chaos und Gewalt, die zur Entsendung von Militär einschließlich Blackwater in New Orleans nach dem Hurricane Katrina führten. Ein Katrina-Überlebender bemerkte, dass die Menschen Essen und ein Dach über dem Kopf benötigten, aber die US-Regierung schickte Männer mit Gewehren. Ich bin sehr beunruhigt darüber, dass wir anscheinend wieder an diesem Punkt sind. Vom ersten Moment an erschien mir die US-Hilfe für Haiti mehr wie eine Invasion, denn eine humanitäre Hilfsoperation.
Am Tag 2 der Tragödie landete ein C-130-Flugzeug mit einem militärischen Erkundungteam in Haiti und der Rest der Truppe sollte wenig später landen. Der genannte Zweck dieses Teams war der zu bestimmen, welche militärische Ausrüstung benötigt würde. Ein spezielles Operationsteam der Air Force sollte ebenfalls landen, um die  Kontrolle der Luftverkehrs zu übernehmen. Jetzt gibt es Berichte, dass die USA keine Hilfe hereinlassen – wieder überall die Schatten von Hurricane Katrina. Auf Befehl Präsident Obamas „flogen Militärflugzeuge über die Insel und fertigten Karten der Zerstörungen an.“ So war also der erste Beitrag der USA zur humanitären Hilfe, die in Haiti gebraucht wurde, Aufklärungsdrohnen, deren Ausstattung eher dazu dient, nach Waffenverstecken und Luft-Boden-Raketen-Batterien Ausschau zu halten, als nach zerstörter Infrastruktur. Die Art der US-Reaktion wurde schnell deutlich: Flugzeugträger, Marinetransportschiffe, vier C-140 Airlifts und Evakuierungen nach Guantanamo. Am Ende von Tag 2 hatte die Vereinigten Staaten nach Berichten der Washington Post ungefähr acht (8) schwer verletzte Patienten nach Guantanamo evakuiert, zusätzlich zum Botschaftspersonal, das „vom US-Botschafter und seinem Stab als Priorität bestimmt worden war.“
Am Tag 3 erfuhren wir, dass weitere US-Schiffe einschließlich Zerstörern nach Haiti unterwegs waren. Interessanterweise berichtete die Washington Post, dass die ständige Einsatztruppe, welche die US-Reaktion auf Ereignisse von Masseneinwanderung von Kuba oder Haiti koordiniert, das Geschehen überwachte, hatte aber ihre Operationen noch nicht begonnen. Es war allein schon pikant, dass diese beiden Länder von einer ständigen Einsatztruppe bedient werden, die Behandlung ihrer Staatsangehörigen ist jedoch völlig unterschiedlich; denn Kubaner werden umgehend von der US-Regierung akzeptiert, die Staatsangehörige Haitis dagegen werden interniert.
Der Konteradmiral der US-Küstenwache James Watson IV versicherte den Amerikanern: “Unser Hauptziel ist jetzt, das zu verhindern, und wir werden mit dem Verteidigungsministerium arbeiten, dem Außenministerium, der FEMA und allen Behörden der Bundesregierung, um das Risiko zu minimieren, dass Haitianer aus ihrem Land fliehen wollen.“ Watson sagte: „Wir wollen ihnen diese Hilfslieferungen schicken, damit sie in Haiti leben können.“

hier der ganze Artikel

Cynthia ist übrigens gerade in München

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